Deine Katze hat immer wieder Durchfall, verträgt das Futter nicht mehr oder war gerade auf Antibiotika? Dann hast du vermutlich schon nach Probiotika für Katzen gesucht – und bist auf eine Flut widersprüchlicher Informationen gestoßen.
Das Problem: Die meisten Ratgeber kratzen nur an der Oberfläche. Welche Bakterienstämme wirklich wirken, wie viele Milliarden Keime deine Katze braucht und wann Probiotika sogar schaden können – das erfährst du meistens nicht.
In diesem Ratgeber bekommst du alles, was du wissen musst: von den wissenschaftlich belegten Stämmen über einen konkreten Darmsanierungsplan bis hin zu ehrlichen Empfehlungen, wann du besser zum Tierarzt gehst statt zum Ergänzungsmittel zu greifen. Damit deine Katze nicht nur irgendetwas bekommt, sondern genau das, was ihr Darm wirklich braucht.
Was sind Probiotika – und warum sind sie für Katzen so wichtig?
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die – in ausreichender Menge verabreicht – einen gesundheitlichen Nutzen für den Wirt haben. Bei deiner Katze bedeutet das konkret: nützliche Bakterien, die den Darm besiedeln und dort für Ordnung sorgen.
Das klingt simpel, dahinter steckt aber ein erstaunlich komplexes System. Der Katzendarm beherbergt Billionen von Mikroorganismen – zusammen bilden sie das sogenannte Mikrobiom. Dieses Mikrobiom ist weit mehr als nur ein Verdauungshelfer. Es reguliert das Immunsystem (rund 80% aller Immunzellen sitzen im Darm), produziert kurzkettige Fettsäuren für die Darmschleimhaut, hält krankmachende Keime in Schach und beeinflusst sogar das Verhalten deiner Katze über die sogenannte Darm-Hirn-Achse.
Gerät dieses Gleichgewicht durcheinander – etwa durch Antibiotika, Stress oder minderwertiges Futter – spricht man von einer Dysbiose. Die Folgen zeigen sich oft zuerst am Stuhl: Durchfall, Blähungen, Verstopfung. Langfristig kann eine gestörte Darmflora aber auch das Immunsystem deiner Katze schwächen und sie anfälliger für Katzenkrankheiten machen.
Genau hier setzen Probiotika an: Sie liefern die richtigen Bakterien, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Probiotika, Präbiotika und Synbiotika – die wichtigen Unterschiede
Bevor wir tiefer einsteigen, kurz die Begriffe sortieren. Denn Probiotika, Präbiotika und Synbiotika werden oft verwechselt – dabei macht der Unterschied einen echten Praxisunterschied.
Probiotika sind die lebenden Bakterien selbst. Sie besiedeln den Darm und verdrängen dort schädliche Keime. Typische Vertreter: Enterococcus faecium, Lactobacillus acidophilus, Bifidobacterium.
Präbiotika sind dagegen Nahrung für die guten Darmbakterien. Sie bestehen aus unverdaulichen Ballaststoffen wie Inulin, Fructo-Oligosacchariden (FOS) oder Flohsamenschalen. Dein Darm kann sie nicht verwerten – aber die nützlichen Bakterien im Darm deiner Katze schon. Sie fermentieren die Präbiotika und produzieren dabei kurzkettige Fettsäuren, die die Darmschleimhaut nähren.
Synbiotika kombinieren beides: lebende Probiotika plus die passenden Präbiotika als deren Futter. Studien zeigen, dass diese Kombination besser wirkt als Probiotika allein. In einer Untersuchung an 53 Katzen mit chronischem Durchfall verbesserte die synbiotische Ergänzung die Kotqualität signifikant – von einem Durchfall-Score von 6,0 auf 4,4.
| Probiotika | Präbiotika | Synbiotika | |
|---|---|---|---|
| Was ist es? | Lebende Bakterien | Ballaststoffe als Bakterienfutter | Kombination aus beiden |
| Wirkung | Besiedeln den Darm | Nähren vorhandene Bakterien | Doppelwirkung |
| Beispiele | E. faecium, L. acidophilus | Inulin, FOS, Flohsamen | FortiFlora + Flohsamen |
| Lagerung | Kühl, trocken, unter 25°C | Unkritisch | Kühl, trocken |
Merke: Für die beste Wirkung brauchst du beides – Probiotika zum Aufbau und Präbiotika als deren Futter. Das ist wie Rasen säen (Probiotika) und gleichzeitig düngen (Präbiotika).
Wann braucht deine Katze Probiotika? Die 7 wichtigsten Situationen
Nicht jede Katze braucht dauerhaft Probiotika. Aber es gibt Situationen, in denen der Darm deiner Katze gezielte Unterstützung braucht – und genau dann können Probiotika für Katzen einen echten Unterschied machen.
1. Nach Antibiotika-Behandlungen
Das ist der häufigste und am besten belegte Grund. Antibiotika unterscheiden nicht zwischen guten und schlechten Bakterien – sie räumen den Darm regelrecht leer. Eine Studie von Torres-Henderson (2017) zeigte, dass Katzen, die begleitend zu Antibiotika Enterococcus faecium SF68 erhielten, signifikant weniger Durchfall entwickelten als die Kontrollgruppe. Die Empfehlung: Probiotika mindestens 2 Stunden versetzt zum Antibiotikum geben und nach Ende der Behandlung noch 2-4 Wochen weiterführen.
2. Bei akutem oder chronischem Durchfall
Durchfall ist das Leitsymptom einer gestörten Darmflora. In einer Studie an 217 Tierheimkatzen reduzierte E. faecium SF68 stressbedingten Durchfall um 64% – von 20,7% auf 7,4% der Tiere. Wichtig: Bei blutigem Durchfall oder Durchfall, der länger als 48 Stunden anhält, zuerst zum Tierarzt.
3. Bei Stress und Veränderungen
Umzug, neue Mitbewohner (menschlich oder tierisch), Tierarztbesuche, Silvester – Stress schlägt bei Katzen direkt auf den Darm. Die Stresshormone verändern die Darmmotilität und können das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen. Eine Probiotika-Kur 1-2 Wochen vor erwarteten Stresssituationen kann vorbeugend wirken.
4. Nach Wurmkuren und Giardien-Behandlung
Antiparasitäre Medikamente belasten die Darmflora ähnlich wie Antibiotika. Besonders nach einer Giardien-Behandlung ist der Darm stark mitgenommen und braucht Aufbauhilfe. Hier empfiehlt sich eine mindestens 4-wöchige Probiotika-Kur im Anschluss.
5. Bei Futtermittelallergien und Unverträglichkeiten
Katzen mit Futtermittelallergien haben häufig eine veränderte Darmflora. Probiotika können die Darmbarriere stärken und so verhindern, dass Allergene ungehindert ins Blut gelangen. Das ersetzt keine Ausschlussdiät – kann sie aber sinnvoll ergänzen.
6. Kitten in neuer Umgebung
Wenn ein Kitten einzieht, ist der Stress enorm: neue Umgebung, neues Futter, Trennung von der Mutter. Das Mikrobiom junger Katzen ist noch nicht vollständig entwickelt und daher besonders empfindlich. Eine kurze Probiotika-Gabe in den ersten 2-3 Wochen kann den Übergang erleichtern.
7. Bei Seniorkatzen
Ältere Katzen zeigen häufig eine abnehmende Vielfalt der Darmbakterien. Die Folge: schwächere Verdauung, häufigere Infekte und schlechtere Nährstoffaufnahme. Eine regelmäßige Probiotika-Ergänzung kann Seniorkatzen helfen, ihre Darmgesundheit länger aufrechtzuerhalten.

Welche Bakterienstämme wirken wirklich? Die Wissenschaft dahinter
Jetzt wird es konkret – und hier unterscheidet sich dieser Ratgeber von 90% dessen, was du im Internet findest. Denn nicht jedes Probiotikum ist gleich. Der Stamm macht den Unterschied.
Die 3 EU-zugelassenen Stämme für Katzen
Was viele nicht wissen: In der EU sind nur drei Bakterienstämme offiziell von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) für die Verwendung bei Katzen zugelassen:
1. Enterococcus faecium (NCIMB 10415)
Der am besten untersuchte Stamm für Katzen. E. faecium ist der Wirkstoff in Purina FortiFlora – dem mit Abstand am häufigsten von Tierärzten empfohlenen Probiotikum. Die Studienlage:
- Bybee et al. (2011): 64% weniger stressbedingter Durchfall bei 217 Tierheimkatzen
- Torres-Henderson et al. (2017): Signifikant bessere Kotkonsistenz während Antibiotikagabe
- Lappin et al. (2009): Immunmodulierende Wirkung bei Katzen mit latentem Herpesvirus
2. Lactobacillus acidophilus (CECT 4529)
Dieser Stamm reduzierte in Studien pathogene Clostridien und E. faecalis im Katzenkot und stärkte gleichzeitig die phagozytische Immunkapazität. Besonders interessant: L. acidophilus senkte nachweislich die Endotoxin-Konzentration im Blutplasma – ein Marker für eine verbesserte Darmbarriere.
3. Bacillus subtilis
Ein sporenbildendes Bakterium, das besonders hitze- und säurestabil ist. Es überlebt die Magenpassage besser als viele andere Stämme – ein relevanter Vorteil, denn die Magensäure der Katze ist mit einem pH von 1-2 extrem aggressiv.
Was sind KBE und wie viele braucht deine Katze?
KBE steht für Koloniebildende Einheiten – also die Anzahl lebender, vermehrungsfähiger Bakterien pro Dosis. Das ist die entscheidende Kennzahl, die erstaunlicherweise kaum ein deutschsprachiger Ratgeber erklärt.
Die wissenschaftliche Empfehlung liegt bei 1 bis 5 Milliarden KBE täglich für eine erwachsene Katze. Studienprotokolle arbeiten typischerweise mit 1×10⁸ bis 2×10⁹ KBE pro Gramm. Was bedeutet das in der Praxis?
- Unter 100 Millionen KBE: Zu wenig für eine therapeutische Wirkung
- 1-5 Milliarden KBE: Optimaler Bereich für die meisten Katzen
- Über 10 Milliarden KBE: Für akute Situationen, nur kurzzeitig
Tipp: Achte beim Kauf darauf, dass der Hersteller die KBE-Zahl zum Ende der Haltbarkeit angibt – nicht zum Zeitpunkt der Herstellung. Denn Bakterien sterben während der Lagerung ab.
Darmsanierung bei Katzen: Der 3-Phasen-Plan
Eine vollständige Darmsanierung geht über das bloße Geben von Probiotika hinaus. Es ist ein strukturierter Prozess, der den Darm deiner Katze systematisch wieder aufbaut. Rechne mit 2 bis 3 Monaten für eine gründliche Darmsanierung.
Phase 1: Entlastung (Woche 1-2)
In dieser Phase gibst du dem geschädigten Darm erst einmal Ruhe.
- Schonkost: Gekochtes Huhn mit Reis oder spezielles Magen-Darm-Futter vom Tierarzt. Keine Leckerlis, kein Trockenfutter mit vielen Zusätzen.
- Heilerde/Bentonit: Bindet Giftstoffe und überschüssige Flüssigkeit im Darm. 1/4 Teelöffel unter das Futter mischen.
- Morosche Möhrensuppe: Ein altes Hausmittel, das auch bei Katzen funktioniert. Die Oligogalakturonsäuren, die beim langen Kochen der Möhren entstehen, blockieren die Anheftung pathogener Keime an die Darmwand.
- Viel frisches Wasser: Durchfall dehydriert. Stelle mehrere Trinkmöglichkeiten bereit.
Phase 2: Aufbau (Woche 3-8)
Jetzt kommen die Probiotika für deine Katze zum Einsatz – zusammen mit Präbiotika.
- Probiotikum einführen: Starte mit der halben empfohlenen Dosis und steigere über 3-4 Tage auf die volle Menge. Die Bakterien brauchen Zeit, sich im Darm anzusiedeln.
- Präbiotika dazugeben: Flohsamenschalen (1/4 TL pro Mahlzeit) oder Inulin als Nahrung für die neuen Darmbewohner. Langsam steigern, da Präbiotika anfangs Blähungen verursachen können.
- Futter schrittweise normalisieren: Ab Woche 4-5 kannst du langsam vom Schonfutter auf das reguläre Futter umstellen – nie abrupt, immer über 5-7 Tage hinweg mischen.
Phase 3: Stabilisierung (Woche 9-12)
Die entscheidende Phase, die die meisten Ratgeber vergessen: Die neuen Darmbewohner müssen sich dauerhaft etablieren.
- Probiotika ausschleichen: Nicht abrupt absetzen, sondern die Dosis über 1-2 Wochen halbieren.
- Hochwertiges Futter: Die Darmflora lebt von dem, was du fütterst. Futter mit hohem Fleischanteil, ohne Zucker, ohne künstliche Zusätze unterstützt die Aufrechterhaltung.
- Omega-3-Fettsäuren ergänzen: EPA und DHA aus hochwertigem Lachsöl wirken nachweislich entzündungshemmend auf die Darmschleimhaut. Sie unterstützen die Regeneration der Darmbarriere und ergänzen die Probiotika-Wirkung. MISTERKINGS Lachsöl liefert diese Fettsäuren in direkt verwertbarer Form – 1/4 Teelöffel täglich reicht für die meisten Katzen. Alternativ deckt eine ausgewogene Ölmischung wie DAILYSTARS die Omega-3-Grundversorgung unkompliziert ab.

Dosierung und Anwendung: So gibst du Probiotika richtig
Die richtige Dosierung hängt vom Produkt, dem Gewicht deiner Katze und dem Anlass ab. Hier die allgemeinen Richtwerte:
| Gewicht der Katze | Akute Situation | Kur (4-8 Wochen) | Erhaltung |
|---|---|---|---|
| bis 3 kg (Kitten) | 1/2 Portion/Tag | 1/2 Portion/Tag | 1/4 Portion/Tag |
| 3-5 kg | 1 Portion/Tag | 1 Portion/Tag | 1/2 Portion/Tag |
| über 5 kg | 1-2 Portionen/Tag | 1 Portion/Tag | 1/2-1 Portion/Tag |
„Portion“ bezieht sich auf die Herstellerangabe des jeweiligen Produkts (meist 1 Sachet oder 1 gestrichener Messlöffel).
Praktische Anwendungstipps
- Unter das Nassfutter mischen: Die einfachste Methode. Die meisten Katzen merken es nicht. Pulver gleichmäßig unterrühren.
- Nicht erhitzen: Probiotika sind lebende Bakterien – Hitze über 40°C tötet sie ab. Niemals in warmes Futter mischen.
- Zeitabstand zu Antibiotika: Mindestens 2 Stunden zwischen Antibiotikum und Probiotikum. Besser noch: Antibiotikum morgens, Probiotikum abends.
- Regelmäßigkeit zählt: Täglich zur gleichen Zeit geben. Einmalige oder sporadische Gaben bringen wenig – die Bakterien müssen sich dauerhaft ansiedeln.
- Kühl lagern: Die meisten Probiotika gehören in den Kühlschrank. Temperaturen über 25°C lassen die Keimzahl rapide sinken.
Wie lange solltest du Probiotika geben?
- Akuter Durchfall: 2-4 Wochen nach Abklingen der Symptome
- Nach Antibiotika: Mindestens 3-4 Wochen nach der letzten Antibiotikagabe
- Darmsanierung: 8-12 Wochen gemäß dem 3-Phasen-Plan
- Zur Vorbeugung: Kurweise 4-6 Wochen, 2-3x pro Jahr (z.B. vor der Impfung, bei Jahreszeitenwechsel)
- Chronische Probleme: In Absprache mit dem Tierarzt auch dauerhaft möglich
Darreichungsformen im Vergleich: Pulver, Paste oder Flüssig?
Probiotika für Katzen gibt es in verschiedenen Formen. Jede hat ihre Stärken – die richtige Wahl hängt von deiner Katze und der Situation ab.
| Form | Vorteile | Nachteile | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Pulver (Sachet) | Exakt dosiert, hohe KBE-Zahl, stabil | Manche Katzen schmecken es | Alltägliche Anwendung |
| Paste | Direkt ins Maul, schnelle Aufnahme | Geringere KBE, kürzer haltbar | Akute Situationen |
| Flüssig | Einfach unters Futter, gut akzeptiert | Weniger stabile Keimzahl | Mäkelige Katzen |
| Tabletten | Lange haltbar, exakt dosiert | Schwer zu verabreichen | Katzen, die Tabletten nehmen |
Pulver in vorportionierte Sachets ist die am häufigsten empfohlene Form – sie bietet die beste Kombination aus hoher Keimzahl, einfacher Handhabung und Haltbarkeit.
Nebenwirkungen und Sicherheit: Das solltest du wissen
Probiotika für Katzen gelten als sehr sicher – eine Meta-Analyse von 2024, die 34 gesunde Katzen untersuchte, fand keine relevanten Nebenwirkungen. Trotzdem gibt es ein paar Dinge zu beachten.
Mögliche Nebenwirkungen in den ersten Tagen
- Blähungen und leicht weicherer Stuhl: In den ersten 2-3 Tagen normal. Das Mikrobiom stellt sich um. Sollte nach wenigen Tagen abklingen.
- Leichte Appetitveränderung: Manche Katzen fressen anfangs etwas weniger. Das normalisiert sich meist schnell.
Wann du vorsichtig sein solltest
- Immunsupprimierte Katzen: Bei Katzen mit FIV/FeLV oder unter immunsuppressiver Therapie vorher unbedingt den Tierarzt fragen. Lebende Bakterien können bei stark geschwächtem Immunsystem theoretisch problematisch werden.
- Keine menschlichen Probiotika verwenden: Humane Probiotika enthalten oft Stämme und Dosierungen, die für Katzen nicht geeignet sind. Außerdem können Süßungsmittel wie Xylit (in manchen Humanprodukten) für Tiere giftig sein.
- Vor Operationen absetzen: 3-5 Tage vor geplanten Eingriffen keine Probiotika geben.
- Joghurt ist kein Probiotikum: Viele Katzen sind laktoseintolerant. Der geringe Bakteriengehalt in Joghurt reicht zudem nicht für eine therapeutische Wirkung.
Natürliche Probiotika und Hausmittel für Katzen
Neben kommerziellen Produkten gibt es auch natürliche Wege, die Darmflora deiner Katze zu unterstützen:
Natürliche Präbiotika-Quellen
- Flohsamenschalen: Quellfaser, die als Präbiotikum wirkt. 1/4 Teelöffel in etwas Wasser einweichen und unters Futter geben.
- Kürbis (püriert): Reich an löslichen Ballaststoffen. 1 Teelöffel gekochter Kürbis kann sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung helfen.
- Topinambur: Enthält viel Inulin – ein starkes Präbiotikum. Nur sehr kleine Mengen (1/4 TL), da sonst Blähungen.
- Möhrensuppe nach Moro: 500g Möhren in 1 Liter Wasser mindestens 90 Minuten kochen, pürieren, mit Wasser auf 1 Liter auffüllen, eine Prise Salz. Die Oligogalakturonsäuren blockieren pathogene Keime.
Was du vermeiden solltest
- Kefir/Milchprodukte: Viele Katzen sind laktoseintolerant. Wenn überhaupt, nur laktosefreien Kefir in minimalen Mengen (max. 1 TL).
- Kombucha: Enthält Alkohol und zu viele verschiedene Kulturen – nicht für Katzen geeignet.
- Sauerkraut: Zu viel Salz und Histamin. Ungeeignet für Katzen.
Die Rolle von Omega-3 für den Katzendarm
Ein Aspekt, der in Probiotika-Ratgebern fast nie vorkommt: Die Darmschleimhaut braucht nicht nur Bakterien, sondern auch die richtigen Fette für ihre Regeneration. Omega-3-Fettsäuren – insbesondere EPA und DHA aus marinen Quellen – wirken entzündungshemmend auf die Darmwand und unterstützen die Barrierefunktion.
Wichtig dabei: Katzen können pflanzliches Omega-3 (ALA aus Leinöl) praktisch nicht in EPA und DHA umwandeln. Ihnen fehlen die dafür nötigen Enzyme nahezu vollständig. Deshalb brauchen Katzen zwingend marines Omega-3 – also Lachsöl oder Algenöl. Mehr dazu findest du in unserem Futteröle-Ratgeber für Hunde und Katzen.

Häufige Fragen zu Probiotika für Katzen
Probiotika sind lebende Bakterienkulturen, die den Darm deiner Katze mit nützlichen Mikroorganismen besiedeln. Sie unterstützen die Verdauung, stärken das Immunsystem und können bei Durchfall oder nach Antibiotika die geschädigte Darmflora wieder aufbauen.
Die häufigsten Anlässe sind: nach Antibiotika-Behandlungen, bei akutem oder chronischem Durchfall, nach Wurmkuren, bei Stress durch Umzug oder neue Tiere im Haushalt, und bei Seniorkatzen mit nachlassender Verdauung. Zur Vorbeugung sind kurweise Gaben 2-3x pro Jahr sinnvoll.
Bei akuten Problemen mindestens 2-4 Wochen. Bei einer vollständigen Darmsanierung 8-12 Wochen. Bei chronischen Verdauungsproblemen kann eine dauerhafte Gabe in Absprache mit dem Tierarzt sinnvoll sein. Wichtig: Nicht abrupt absetzen, sondern über 1-2 Wochen ausschleichen.
Nein, das ist nicht empfehlenswert. Humane Probiotika enthalten Stämme und Dosierungen, die nicht für Katzen optimiert sind. Außerdem können Zusatzstoffe wie Süßungsmittel für Katzen schädlich sein. Verwende ausschließlich Produkte, die für Tiere entwickelt wurden.
In der EU sind drei Stämme offiziell zugelassen: Enterococcus faecium (am besten untersucht, 64% weniger Durchfall in Studien), Lactobacillus acidophilus (reduziert pathogene Keime, stärkt Immunzellen) und Bacillus subtilis (besonders säurestabil). Achte beim Kauf darauf, dass mindestens einer dieser Stämme enthalten ist.
Bei richtiger Dosierung sind Nebenwirkungen selten. In den ersten 2-3 Tagen können leichte Blähungen oder etwas weicherer Stuhl auftreten – das gibt sich normalerweise schnell. Bei immunsupprimierten Katzen (FIV, FeLV) solltest du vorher den Tierarzt fragen.
Probiotika sind lebende Bakterien, die den Darm besiedeln. Präbiotika sind Ballaststoffe, die als Nahrung für diese Bakterien dienen. Die Kombination aus beiden – Synbiotika – wirkt am effektivsten. Stell dir vor: Probiotika sind die Samen, Präbiotika der Dünger.
Joghurt ist kein geeignetes Probiotikum für Katzen. Die meisten Katzen sind laktoseintolerant und die Bakterienkonzentration in Joghurt ist viel zu gering für eine therapeutische Wirkung. Verwende stattdessen spezielle Katzen-Probiotika mit definierter Keimzahl.
Typische Verbesserungen nach 2-4 Wochen: festerer, regelmäßigerer Stuhl, weniger Blähungen, glänzenderes Fell, besserer Appetit. Bei Hautproblemen oder Immunsystem-Effekten dauert es eher 6-8 Wochen. Wenn nach 4 Wochen keine Besserung eintritt, solltest du den Tierarzt aufsuchen.
Je nach Produkt liegen die Kosten bei 15 bis 30 Euro pro Monat. FortiFlora (30 Sachets) kostet etwa 20-30 Euro, OMNi-BiOTiC CAT & DOG (60g) rund 25-33 Euro. Eine vollständige Darmsanierung über 3 Monate kommt also auf etwa 50-90 Euro.
Fazit: Probiotika als Teil einer ganzheitlichen Darmgesundheit
Probiotika für Katzen sind kein Wundermittel – aber ein wirksames Werkzeug, wenn du weißt, wie du es richtig einsetzt. Die Wissenschaft belegt klar: EU-zugelassene Stämme wie Enterococcus faecium können Durchfall reduzieren, die Darmflora nach Antibiotika wieder aufbauen und das Immunsystem unterstützen.
Entscheidend sind drei Dinge: der richtige Stamm (EU-zugelassen, mit Studienbeleg), die richtige Dosierung (1-5 Milliarden KBE) und Geduld (mindestens 4 Wochen). Eine ganzheitliche Darmsanierung kombiniert Probiotika mit Präbiotika als Bakterienfutter und Omega-3-Fettsäuren für die Regeneration der Darmschleimhaut.
Und wenn du dir unsicher bist? Dann ist dein Tierarzt immer der richtige Ansprechpartner. Gerade bei chronischen Verdauungsproblemen lohnt sich eine professionelle Diagnostik – einschließlich des Feline Dysbiosis Index, der eine gezielte Behandlung ermöglicht.


